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Tagesgespräch

SRF (Switzerland)

Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

Location:

Zürich, Switzerland

Description:

Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

Language:

German

Contact:

Schweizer Radio und Fernsehen Multimediazentrum Fernsehstr. 1-4 CH-8052 Zürich


Episodes
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Die Reise zum Mond: Sinatra in Huston mit «Fly Me to the Moon»

7/19/2024
Jedes Kind konnte rückwärts auf Englisch von 10 auf 0 zählen, Frank Sinatra sang in Huston «Fly Me to the Moon», Neil Armstrong gelang es kaum, die Flagge in den Boden zu stecken. Die Töne zu und die Erinnerungen an 55 Jahre Mondlandung in «100 Jahre Weltgeschichte im Radio, was Sie und uns bewegt». Ausser einem Teil der Tonspur ist von der Live-Übertragung zum Mond des Schweizer Fernsehens nichts mehr erhalten. Wohl aber die Radio-Liveübertragung mit Peter Wyss und Josef Stemmer aus dem Radiostudio Basel. Sie sind sich einig, dass es sich gelohnt hat, für die Mondlandung wach zu bleiben. Auch wenn die legendären Worte von Neil Armstrong beim Betreten des Mondes im Kommentar untergehen, öffnet dieses Zeitdokument ein Fenster in die Vergangenheit. An diese erinnert sich der Radiohörer Bernhard Vögeli noch glasklar. An die Simultanübersetzung von «Voice of America» oder den Spruch: «Heute fahren wir, morgen fliegen wir.» Im Rahmen des SRF-Themas «Faszination Medien» schauen wir auf 100 Jahre Weltgeschichte im Radio zurück. Mitarbeit: David Simonetti von Recherche & Archive.

Duration:00:24:39

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Die Friedensbewegung: «Give peace a chance»

7/18/2024
Frieden statt Krieg. Miteinander statt gegeneinander. Wie kommen wir wieder auf einen anderen Weg als den aktuellen, der geprägt ist von Aufrüstung, Drohung, Gewalt und Krieg? Darum geht es in dieser Folge «100 Jahre Weltgeschichte im Radio - was Sie und uns bewegt». Der Krieg lässt Menschen verrohen. Das betrifft auch Menschen, die nicht direkt und unmittelbar von einem Krieg betroffen sind. Wer von Frieden in Gaza oder in der Ukraine spricht, wird schief angeschaut. Pazifistinnen und Pazifisten scheinen heute weltfremd. Nicht anders war das der Fall mit Bertha von Suttner, einer wichtigen warnenden Stimme. Trotz Friedensnobelpreis konnte sie den Ersten Weltkrieg nicht stoppen und blieb eine politische Aussenseiterin. Ist Friede nur ein Traum? Ist ein Denken, das sich auf ein friedliches Miteinander ausrichtet in einer Zeit der Aufrüstung und militärischen Abschreckung sinnvoll? Mit dieser Frage beschäftigt sich die heutige Folge. Historische Radiotöne des Schweizer Radios kommentiert der Journalist Pascal Beucker. Ende Juli erscheint sein Buch: «Pazifismus – ein Irrweg?» Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:24:25

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Gefahr des Dritten Weltkriegs: Auch heute?

7/17/2024
Seit der Drohung des russischen Präsidenten Putin, notfalls Atomwaffen einzusetzen, ist die Angst vor einem nuklearen Krieg wieder da. Zu Recht? Wir fragen den bekannten Politologen Herfried Münkler, der mehrere deutsche Bundeskanzler beriet, in unserer Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio» Wie gross ist die Gefahr eines Dritten Weltkriegs? Die Frage treibt viele um. Eine Umfrage aus dem Jahr 2023 zeigt, dass über 70 Prozent der Befragten in 32 Ländern die Gefahr eines solchen nuklearen Grosskriegs für wahrscheinlich halten. Mit Blick auf den Krieg in der Ukraine und demjenigen im Gazastreifen, äussert sich auch der Politikwissenschaftler Herfried Münkler ähnlich: «Es gibt Gründe zu befürchten, dass ein Krieg, der in irgendeinem Winkel der Welt ausbricht, schnell globale Dimensionen annimmt und dann in die Nähe einer nuklearen Konfrontation oder gar in eine solche einmündet.» Wie konnte es nach dem Ende der Sowjetunion und nach dem Ende einer in zwei Blöcke geteilten Welt soweit kommen? In Münklers Augen bestimmen heute nicht zwei, sondern fünf Mächte das Geschehen. Was also wäre zu tun, damit es nicht zu einem Dritten Weltkrieg kommt? Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:25:37

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Gefahr des Dritten Weltkriegs: die Jahre des Kalten Kriegs

7/16/2024
Schon mehrmals ist die Welt an einem Dritten Weltkrieg vorbeigeschrammt. Mit dem Politologen Herfried Münkler, der mehrere deutsche Bundeskanzler beraten hat, beleuchten wir die heiklen Situationen in der Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio - was Sie und uns bewegt». Kaum war Nazi-Deutschland 1945 besiegt und die Erleichterung über den Frieden überall auf der Welt spürbar, begann die Einigkeit unter den Siegermächten zu bröckeln. 1946 kam der Bruch in eine Westallianz unter den USA und eine Ostallianz unter Russland. Der Kalte Krieg begann und damit ein atomares Wettrüsten. Mit Originaltönen aus dem Radio von damals wird Winston Churchill mit seiner berühmten Rede wieder lebendig, in der er vom "Eisernen Vorhang" spricht, der sich über Teile Europas gesenkt habe. Der Politologe und deutsche Regierungsberater Herfried Münkler ordnet die heissen Phasen des Kalten Krieges ein, in dieser Folge der Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt», unserer Serie zum Thema Faszination Medien mit historischen Originaltönen aus dem SRG-Archiv.

Duration:00:19:18

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Das Ende des Zweiten Weltkriegs: die Schweiz hilft

7/15/2024
Die Schweiz hilft und spendet Millionen Franken an die kriegsversehrten Länder des Zweiten Weltkriegs. Ein weiterer Meilenstein der Menschheitsgeschichte, als Europa in Trümmern lag, in der Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt». Die Schweiz hat den Zweiten Weltkrieg verhältnismässig gut überstanden. Während andere Länder Europas schätzungsweise 75 Millionen Tote zu beklagen haben und ihre Fabriken und Unternehmen am Boden sind, bleibt die Schweiz unversehrt. Die Landesregierung teilt den Kantonen schon wenige Tage vor der Kapitulation Deutschlands mit, die Glocken dürften bei Kriegsende zwar geläutet werden, doch von einer Beflaggung der Gebäude und von grossen Feiern sei abzusehen – «aus neutralitätspolitischen Gründen». Für das Schweizervolk handele es sich nicht um eine Siegesfeier. Die Bevölkerung sieht das anders, es wird gefeiert, getanzt, und einige Geschäfte von Nazi-Sympathisanten gehen in Flammen auf, in der Zürcher Bahnhofstrasse gehen die Scheiben des deutschen Reisebüros unter Gejohle zu Bruch. Das grundsätzliche Gefühl im Land ist aber Dankbarkeit, von Tod und Elend verschont geblieben zu sein. Am 9. Mai sammelt die «Schweizer Spende» zu Gunsten der Kriegsgeschädigten Geld; der Bund spendet 150 Millionen Franken, Private weitere 50 Millionen – nach heutigem Wert etwa eine Milliarde Franken. Wie das Geld eingesetzt wurde, zum Beispiel in Italien, erfuhr die Hörerschaft des «Echo der Zeit» über Reportagen vor Ort. Dank dieser Solidarität mit den Nachbarländern konnte die Schweiz ihr Image als Nazikollaborateurin korrigieren, sagt der Schweizer Historiker, seinerzeit Mitglied der Bergier-Kommission und Experte für den Zweiten Weltkrieg, Jakob Tanner. Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:21:48

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Das Ende des Zweiten Weltkriegs: die grosse Erleichterung

7/12/2024
«Hitler-Deutschland hatte bedingungslos kapituliert!» Das Ende des Zweiten Weltkrieges, ein Meilenstein der Menschheitsgeschichte. Eine weitere Folge in unserer Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt». Im Laufe des 8.Mai 1945 kam die frohe Kunde aus Washington, London und Moskau: Hitler-Deutschland hatte bedingungslos kapituliert! Europa feierte ausgelassen, die Staatsmänner meldeten sich zu Wort, aus Frankreich De Gaulle, aus Grossbritannien Churchill, aus den USA Truman, aus Russland Stalin, in der Schweiz Bundespräsident Eduard von Steiger und zwei weitere Bundesräte. Aus den Reaktionen und der Tonalität der Reden lässt sich heute viel herauslesen, zb wie De Gaulle den Sieg als Sieg Frankreichs anpries und darauf die Marseillaise spielen liess, Grossbritannien, das die Würdigung dem König überliess – oder die Schweiz, die der Bevölkerung und der Schweizer Armee dankte, aber kein Wort an die Alliierten richtete. Der Bundesrat suchte nach dem Krieg eine Haltung, die niemanden vor den Kopf stossen sollte, sagt der Schweizer Historiker Jakob Tanner. Tanner war in den 1990er Jahren auch Teil der Bergier-Kommission, die den nachrichtenlosen Vermögen nachging. In der ersten Folge zum Ende des Zweiten Weltkriegs lassen wir die ersten Stunden Revue passieren, als der Sieg schon verkündet wurde, aber der Friede noch nicht in ganz Europa und in Asien Einzug gehalten hatte. Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:24:24

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Wie Rätoromanisch gefördert und weitergegeben wird

7/11/2024
Seit über 85 Jahren ist Rätoromanisch als vierte Landessprache der Schweiz in der Verfassung verankert. In der Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio: was Sie und uns bewegt» blicken wir in dieser Folge auf die Herausforderungen und Wünsche der Rätoromanischen Gemeinschaft. Die Aufnahme des Rätoromanischen als Landessprache im Jahr 1938 war nicht nur ein politischer Akt, sondern auch ein Symbol der Wertschätzung und Anerkennung der rätoromanischen Kultur und Identität. Doch was hat sich seither für die Rätoromanen verändert? Welche Hürden mussten und müssen sie überwinden, um ihre Sprache lebendig zu halten? Und welche Unterstützung benötigen sie, um ihre Kultur auch für zukünftige Generationen zu bewahren? Die Herausforderungen sind vielfältig: In einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt stehen Minderheitensprachen wie das Rätoromanische unter immensem Druck. Der Einfluss der dominanten Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch ist stark, und der Erhalt der rätoromanischen Sprache erfordert kontinuierliche Anstrengungen in Bildung, Medien und öffentlichem Leben. Zudem spielen demografische Veränderungen und Migration eine Rolle, die das sprachliche und kulturelle Gefüge der rätoromanischen Gemeinschaft beeinflussen. Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:20:26

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Rätoromanisch wird 1938 vierte Landessprache der Schweiz

7/10/2024
In unserer Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio - was Sie und uns bewegt» blicken wir in dieser Folge auf die Annahme des Rätoromanischen als vierte Landessprache im Jahr 1938. Wie kam es dazu, dass über neunzig Prozent der Stimmberechtigten Schweizer Männer zur Vorlage Ja sagten? In der Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio - was Sie und uns bewegt» widmen wir uns in dieser Episode der Annahme des Rätoromanischen als vierte Landessprache im Jahr 1938. Dieses Kapitel der schweizerischen Geschichte zeichnet sich durch den überwältigenden Zuspruch von über neunzig Prozent der stimmberechtigten Schweizer Männer aus, die dieser Vorlage ihre Zustimmung gaben. Doch wie kam es zu dieser aussergewöhnlichen Entscheidung, und welche Faktoren trugen zu dieser breiten Unterstützung bei? Wir blicken auf die historische und kulturelle Entwicklung des Rätoromanischen. Diese Sprache, die tief in den Traditionen und der Identität der Region Graubünden verwurzelt ist, stand lange Zeit im Schatten der drei anderen Landessprachen: Deutsch, Französisch und Italienisch. Trotz dieser marginalisierten Stellung lebt das Rätoromanische in den Herzen und im Alltag vieler Menschen weiter und ist ein wichtiger Bestandteil ihrer kulturellen Identität. In den 1930er Jahren, einer Zeit grosser politischer und sozialer Umwälzungen in Europa, erkannte die Schweiz die Notwendigkeit, ihre kulturelle Vielfalt und Einheit zu stärken. Die Anerkennung des Rätoromanischen als Landessprache war ein symbolischer Akt, der weit über die sprachliche Ebene hinausging. Es war ein Zeichen der Anerkennung und des Respekts gegenüber einer wichtigen Sprachgemeinschaft und deren Beitrag zur schweizerischen Kultur und Geschichte. Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:18:48

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Der Untergang der Titanic: Der Hochstapler

7/9/2024
«100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt.» Die Sommer-Serie zum Thema Faszination Medien. Der Österreicher Johann Bergmann behauptete 1957 in einem Interview mit dem Schweizer Radio, er habe als Schiffsoffizier den Untergang der Titanic überlebt. Alles gelogen. Die Titanic war der grösste Ozeandampfer ihrer Zeit, sie galt als unsinkbar und sank. Rund 1500 Menschen kamen ums Leben, in einer sternenklaren Nacht im Jahr 1912. 45 Jahre später interviewte der Reporter Arthur Welti im Radiostudio Zürich den Österreicher Johann Bergmann. Dieser gab sich als dritter Schiffsoffizier der Titanic aus. Die Aufzeichnung von 1957 aus dem Archiv von Radio SRF hat jedoch einen bitteren Nachgeschmack: Für den Titanic-Spezialisten und Autor Günter Bäbler ist klar, dass dieser Johann Bergmann lügt. Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:18:56

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Der Untergang der Titanic: Die Überlebende

7/8/2024
«100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt.» Eine Sommer-Serie zum Thema Faszination Medien. 1937 erzählte Emma Arnold-Sägesser aus St. Gallen im Schweizer Radio wie sie den Untergang der Titanic überlebte. Das Gespräch ist das älteste mündliche Zeugnis dieser Katastrophe. Vor 112 Jahren ist die Titanic untergegangen. Im Archiv von Radio SRF befindet sich die älteste Tonaufnahme einer Überlebenden. Was Emma Arnold-Sägesser aus St. Gallen in jener Nacht auf dem Atlantik erlebt hat, das erzählte sie am 14. April 1937 dem Radioreporter Arthur Welti. Das Gespräch, aufgezeichnet im Radiostudio Zürich, ist ein historisches Dokument. Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti

Duration:00:15:14

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Daniel Voll: Politisches Erdbeben in Frankreich?

7/5/2024
Am Sonntag findet in Frankreich die entscheidende Stichwahl statt. In Umfragen liegt das rechtsnationale Rassemblement National vorn. 30000 Polizisten sollen die Sicherheit am Wahlsonntag gewährleisten. Einschätzungen von Frankreich Korrespondent Daniel Voll. Das politische Klima in Frankreich ist rauer geworden, seit dem Wahlerfolg des rechten Rassemblement National vor einer Woche. Für den zweiten Wahlgang am Sonntag versuchen die Mitte und die Linke einen Schulterschluss gegen die Rechte. SRF-Frankreich Korrespondent Daniel Voll berichtet im Gespräch über den rauen Schlussspurt im Wahlkampf. Und: Daniel Voll wird Ende Juli pensioniert und seine Zeit als Korrespondent endet. Im Tagesgespräch zieht er Bilanz über eine bewegte Zeit in Frankreich.

Duration:00:26:07

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Angelica Moser: «Ich wäre nervös, wenn ich nicht nervös wäre»

7/4/2024
Die Europameisterin im Stabhochsprung steht vor dem nächsten Saisonhöhepunkt: In rund drei Wochen beginnen die olympischen Spiele in Paris. Im Tagesgespräch erzählt Angelica Moser von ihren Erwartungen und den harten Zeiten, die hinter ihr liegen. Der Sprung über 4.78 Meter in Rom war ihre bisherige Bestleistung und brachte Angelica Moser die Goldmedaille an den Europameisterschaften in Rom. Perfekt sei der Sprung aber nicht gewesen, sie habe noch Potential. Die Gold-Höhe von Rom würde in Paris vermutlich nicht für eine Medaille reichen. Ein paar Tage vor dem Wettkampf werde die Nervosität zunehmen, sagt sie. Moser weiss, was es heisst, wenn nichts mehr geht. Nach einem schweren Trainingsunfall wurde sie aus dem Sportlerinnenalltag gerissen und war auf fremde Hilfe angewiesen. Im Tagesgespräch erzählt sie von dieser schwierigen Zeit und erklärt, warum ein Fingerring manchmal mehr über sie weiss, als sie selbst.

Duration:00:24:36

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Conrad Schetter: «Ohne die Taliban geht es nicht»

7/3/2024
Vor drei Jahren übernahmen die Taliban die Macht in Afghanistan. Nun waren sie zum ersten Mal an einer Konferenz der UNO mit dabei. Man komme an ihnen nicht vorbei, sagt der Afghanistan-Experte Conrad Schetter. Die Taliban kamen nur unter der Bedingung an die Konferenz, dass keine afghanische Frauen mit am Verhandlungstisch sitzen. Menschenrechtsorganisationen warfen der UNO einen Kniefall vor den Taliban vor. Man komme aber nicht darum herum, mit den Taliban zu reden, sagt der Friedens- und Konfliktforscher Conrad Schett. Sie seien der entscheidende Machtfaktor im Land, humanitäre Hilfe an den Taliban vorbei funktioniere nicht. Und die Not im Land sei gross. Doch das Dilemma bleibt: Die Taliban schränken die Rechte der Frauen stets weiter ein, die Menschenrechtslage ist dramatisch. Conrad Schetter forscht schon lange zu Afghanistan, vor einem Jahr war er das letzte Mal im Land. Er ist Professor für Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Bonn und wissenschaftlicher Direktor des «Bonn International Centre for Conflict studies». Er verfasste das Buch: «Eine kleine Geschichte Afghanistans»

Duration:00:25:04

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Albert Rösti: Der Umweltminister und die Unwetter

7/2/2024
Die verheerenden Unwetter im Tessin und im Wallis sorgten für grosse Zerstörung und forderten Todesopfer: Auch Bundesrat Albert Rösti äussert sich betroffen. Stellt sich die Frage: Wie können sich die Dörfer und Täler besser schützen? Und macht die Schweiz genug beim Warnsystem? Die Bilder der Unwetter im Tessin und Wallis sind eindrücklich: abgerissene Brücken, zerstörte Strassen, Autos, die unter Schlamm und Geröll begraben sind, fassungslose Menschen. Da stellt sich die Frage, wie man sich auf solche Situationen künftig besser vorbereiten kann. Der Bundesrat und Umweltminister Albert Rösti nimmt im «Tagesgespräch» Stellung zum Hochwasserschutz, Klimawandel und besseren Warnsystemen für die Schweiz.

Duration:00:25:12

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Christoph Hegg: «Diese Unwetterschäden sind nicht vorhersehbar»

7/1/2024
Die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft analysiert Unwetter, um mit Vorhersagen Schäden möglichst zu vermeiden. Das Schlimmste wurde an den letzten Wochenenden nicht verhindert: Es kamen Menschen ums Leben. Was sind die Gründe? Fragen an Christoph Hegg, interimistischer Leiter der WSL. Aus allen Unwettern und Zerstörungen kann man lernen, um weitere Schäden möglichst zu verhindern. Dies ist die Aufgabe des WSL, der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft. Doch genau vorhersagen, welche Folgen ein Unwetter hat, lässt sich dadurch nicht. Die grossen Regenmengen, viel Geröll in den Bächen und durchnässte Böden bringen Murgänge und Erdrutsche mit sich, die sich nicht vorhersehen lassen. Wie genau der Klimawandel die Ereignisse in Zukunft verändern wird, weiss Christoph Hegg, interimistischer Leiter der WSL, nicht. Es müsse damit gerechnet werden, dass solche Ereignisse zunehmen. Dennoch ist Hegg überzeugt, dass es auch für die betroffenen Berggemeinden eine Zukunft gibt. Christoph Hegg ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Duration:00:25:47

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Samstagsrundschau: Spielt Martin Schwab Energie gegen Umwelt aus?

6/29/2024
Mehr Strom aus Sonne, Wind und Wasser. Das Ziel des Stromgesetzes ist klar. Offen ist aber, wo die neuen Anlagen gebaut werden sollen und ob das Netz rasch genug angepasst wird. Die Elektrizitätsunternehmen warnen, dass zu viel Naturschutz die Energiewende unmöglich mache. Noch vor kurzem hat der Verband der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen VSE gemeinsam mit den Umweltverbänden fürs neue Stromgesetz gekämpft. Nun, da es um die Umsetzung geht, bröckelt die Allianz. Umstritten ist beispielsweise, wer noch welche Einsprache und Beschwerdemöglichkeiten haben soll. Zudem warnt der VSE, dass die Biodiversitätsinitiative, die im September zur Abstimmung kommt, dem Stromgesetz gleich wieder den Stecker ziehen würde. Unbegründete Angstmacherei sei das, heisst es bei den Umweltverbänden. Die Standorte der neuen Kraftwerke sind das eine, etwas anderes sind die Leitungen, die gebaut oder ausgebaut werden müssen, um den Strom wegzubringen. Der Bundesrat will hier mehr Tempo machen. Den Elektrizitätsunternehmen passt die Vorlage zum beschleunigten Ausbau der Übertragungsnetze, die der Bund diese Woche vorgestellt hat, aber nur teilweise. Sie fordern, dass auch die Rahmenbedingungen für den Ausbau und die Finanzierung der Verteilnetze, die Elektrizitätsunternehmen selbst unterhalten, verbessert werden. Mit Recht? Martin Schwab, der neue Präsident des Verbands der Schweizerischen Elektrizitätsunternehmen VSE ist gefragt. Er ist hauptberuflich seit sechs Jahren Chef des Zentralschweizer Energiekonzerns CKW und diese Woche Gast in der «Samstagsrundschau» bei Klaus Ammann. Ergänzend zum «Tagesgespräch» finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle «Samstagsrundschau».

Duration:00:29:45

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Sarah Nowotny, Roman Fillinger: Geschichten aus Warschau

6/28/2024
Seit sechs Jahren berichten Sarah Nowotny und Roman Fillinger für Radio SRF aus Warschau zu Osteuropa. In einer Zeit, in der vor allem Polen durch den Angriff von Russland auf die Ukraine in den internationalen Fokus rückte. Im Tagesgespräch ziehen sie Bilanz zu dieser bewegten Zeit. Osteuropa hat in Europa an Bedeutung gewonnen, vor allem durch den Angriff von Russland auf die Ukraine. Besonders Polen steht im Fokus. Die Solidarität Polens mit der Ukraine ist mit Gefahren verbunden und trotzdem ungebrochen gross bis heute. Politisch steht das neue Regierungsbündnis von Donald Tusk vor einer Herkulesaufgabe, wirtschaftlich erlebt Polen eine riesige Dynamik; das Land ist neu zum Einwanderungsland geworden. Von Warschau aus haben die SRF-Osteruropa-Korrespondenten Sarah Nowotny und Roman Fillinger auch aus Ungarn, Bulgarien, Tschechien, der Slowakei und Rumänien berichtet. Zur Vielfältigkeit und Verschiedenheit dieser Länder, zur Verbindung ihrer Arbeit mit dem Tangotanz, zur Begegnung mit einer alten Frau an einem orangen See und zur Geschichte, die an allen Ecken erlebbar wird, erzählen Sarah Nowotny und Roman Fillinger im Tagesgespräch bei Karoline Arn.

Duration:00:26:35

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Heino Falcke: «Schwarze Löcher sind eine Beleidigung!»

6/27/2024
Heino Falcke und seinem Team gelang 2019 das erste Foto eines schwarzen Lochs. Der Astrophysiker spricht im Tagesgespräch über seinen Drang, den Weltraum stets tiefer zu erforschen und über seine Demut zu akzeptieren, dass gewisse Geheimnisse bleiben. Ein leuchtender Ring rund um ein dunkles Zentrum: Dieses Bild war eine Sensation, über vier Milliarden Menschen haben es sich seither angeschaut. Dieses Foto in Händen zu halten, sei ein ehrfurchtseinflössender Moment gewesen, sagt Falcke. Man konnte etwas sehen, was viele lange Zeit für einen Mythos hielten. Schwarze Löcher seien das Ende von Raum und Zeit, in ihnen spiele eine Physik, die wir nicht kennen und nicht messen können. Darum seien Schwarze Löcher faszinierend, aber auch eine Beleidigung für jeden Physiker. Heino Falcke ist Wissenschaftler und gleichzeitig Laienprediger an einer evangelischen Gemeinde. Das passe sehr wohl zusammen, sagt er. Man stelle sich die grossen Fragen nach dem Anfang des Universums, dem Ursprung der Naturgesetze. Man erforsche die Welt tiefer und tiefer um dann festzustellen: es bleibt ein Geheimnis. Heino Falcke ist Professor für Astrophysik und Radioastronomie an der Radboud-Universität in den Niederlanden. Er gewann 2023 den renommierten Balzan-Preis, einer der wichtigsten Preise für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Duration:00:25:04

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Adrian Lobsiger: «Ich bettle um Auskunft!»

6/26/2024
Bund und Kantone wollen Polizeidaten effizienter austauschen und kassieren vom eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Adrian Lobsiger harsche Kritik. Er sagt, er bekomme vom Bund zu wenig Informationen um die neue Polizeidatenbank zu prüfen. Die Kantone wollen ihre Polizeidatenbanken vernetzen, aber nicht nur die kantonalen Datenschutzbeauftragten kritisieren diese Pläne, sondern auch der eidgenössische Datenschützer Adrian Lobsiger. Er wurde nie in die Planung der nationalen Polizeiplattform, an der der Bund beteiligt ist, einbezogen. Warum wehrt er sich gegen den vollständigen Datenaustausch bei der Polizei? Und: Der oberste Datenschützer nimmt Stellung zur Freilassung von Julian Assange und zu Gefahren bei der Verwendung von Facebook.

Duration:00:26:21

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Peter Füglistaler: Droht ein Mega-Ferienstau?

6/25/2024
Die A-13-Sperrung fällt in die Hauptreisezeit. Können zusätzliche Passagierzüge durch den immer noch teilweise gesperrten Gotthard-Basistunnel fahren? Peter Füglistaler ist Direktor des Bundesamts für Verkehr und nimmt Stellung zur Bernardino-Route ins Tessin. Nicht nur die Wiederinbetriebnahme des Gotthardtunnels für Passagierzüge beschäftigt Peter Füglistaler. Als oberster Bahnaufseher der Schweiz verteidigt er auch den Bahnausbau gegen Kritik und betont, dass die Kosten gedeckt sind. Nach 14 Jahren an der Spitze des Bundesamtes für Verkehr tritt er Ende Juli ab. Sein letztes grosses Interview gibt er im «Tagesgespräch» direkt aus dem legendären Saal im Radiostudio Bern.

Duration:00:27:23